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VILLA DEL CIGLIANO
San Casciano V.P. (FI)

 

Geschichte

Wer sich schon einmal in den Monaten Juli-August in Florenz aufgehalten hat, ist überrascht über die große Hitze, oft verbunden mit einer unangenehmen Schwüle. Dies hat die florentinische Oberschicht immer dazu veranlasst, nach einem luftigen angenehmen Plätzchen in leichter Höhenlage außerhalb von Florenz Ausschau zu halten. So erwarb auch die Familie Antinori, die im Mittelalter aus dem Umland nach Florenz zugewandert war und dort durch erfolgreiche wirtschaftliche Aktivitäten in das Patriziat der Stadt aufgestiegen war, 1546 die Villa del Cigliano. Die Villa ist etwas 25 km südwestlich von Florenz in der Nähe des einladenden Städtchens San Casciano in Val di Pesa gelegen. Das Anwesen der Familie Antinori, das sich bis zum Ende des 19. Jahrhundert vergrößerte und zum Zentrum der agrarischen Aktivitäten und vor allem des Weinanbaus wurde, befindet sich noch heute in der Hand der Nachkommen der im Jahre 2001 verstorbenen Eleonora Antinori.


 

Von der Villa geht eine faszinierende Anziehungskraft aus. Sie ist im 15.Jh. auf den Fundamenten mittelalterlicher Gebäude im Renaissance-Stil erbaut worden. Sie ist eingefasst in einem von einer Mauer umfassten Garten, der durch ein Wasserbecken und eine Limonaia (Gewächshaus für Zitronenbäumchen) strukturell geprägt ist.

Johann Wolfgang von Goethe wusste seiner Italienliebe auf unvergessliche und bezaubernde Weise Ausdruck zu verleihen:


Mignon

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

***

Conosci tu il paese dove fioriscono i limoni?
Nel verde fogliame splendono arance d'oro
Un vento lieve spira dal cielo azzurro
Tranquillo è il mirto, sereno l'alloro
Lo conosci tu bene?
Laggiù, laggiù
Vorrei con te, o mio amato, andare!

***

Goethe hat uns aber verschwiegen, dass die Italiener wie er eine ebenso tief verankerte Sehnsucht nach blühenden Zitronen empfinden.

Wenn die klimatischen Bedingungen nicht mitspielen, bauen sie sich eine Limonaia.


Die Eigentümer
 

Eigentümer und Akteure des Weinguts:
Dottore Roberto Montecchi, Anna Maccaferri Montecchi,
das Geschwisterpaar Nicco & Betta

   

Das Geschwisterpaar Niccolò und Elisabetta Montecchi

   

Das Weingut

Die Villa del Cigliano liegt im Nordosten der DOCG-Appellation des Chianti Classico in einer Höhe von ca. 300 m. Zum Weingut gehört eine Gesamtfläche von 60 ha. Die Rebenfläche umfasst 25 ha, 33 ha sind mit Olivenbäumen bepflanzt. Das Alter der Rebstöcke beträgt ca. 15 bis 20 Jahre. Auf der Rebfläche befinden sich größtenteils Rebstöcke der Sangiovese-Traube, im geringeren Umfang der Cabernet- und Merlot-Traube. Die Anbauflächen sind nach Westen und Südosten ausgerichtet. Als Methode der Wuchslenkung des Rebstocks wird die Kordon-Erziehung (Cordone speronato) angewandt. Diese Unterstützung des Rebstocks erlaubt es, die Trauben mechanisch zu ernten.

Die Vinifikation erfolgt in den eigenen Anlagen und Weinkellern. Nach der in der Regel Mitte September einsetzenden Weinlese werden die entrappten Beeren behutsam gepresst und der Most anschließend für etwa 15-20 Tage dem ersten alkoholischen Fermentationsprozess in Innox-Stahtanks ausgesetzt. Dabei erfolgt ein vorsichtiges Umpumpen (Rimontage), um die Extraktion von Farbe und Tanninen aus den Beeren zu fördern. Nach dem Abstich des Mostes erfolgt die malolaktische Gärung in der Regel Ende Oktober-November. Der Reifungsprozess findet in Weinkeller statt, in Tanks oder in französischen Holzfässern von 16 bis 40 hl. Für den Gärprozess werden selektierte und autochthone Hefen verwandt. Der Reifungsprozess des Weines dauert in etwa ein Jahr und sechs Monate, er verweilt 12 Monate in Fässern und mindestens 4 Monate auf der Flasche. Für den Riserva gilt: 24 Monate in Fässern und mindestens sechs Monate auf der Flasche.

 

Die Produktphilosophie

"Infolge des sich abzeichnenden Generationenwechsels ist das Geschwisterpaar Nicolò und Elisabetta Montecchi dabei, die Familientradition fortzusetzen, indem sie Weine anstreben, die eine ausgeprägte Terroir-Identität besitzen und zugleich die besondere Eigenheit einer interessanten, im äußersten Norden gelegenen Unterzone der Chianti-Classico-Appellation zum Ausdruck bringen." 1)

1) Aus: www.circuitoverde.net

In ihrem Selbstverständnis legen Nicolò und Elisabetta Montecchi Wert darauf,

- dass die Erzeugung des Weins von einer "ökologischen Nachhaltigkeit der Produktion" bestimmt ist;

- dass authentische Weine entstehen, "die durch Eleganz und nicht durch Mächtigkeit bestimmt sind und die gleichzeitig einen traditionellen Stil bewahren, der nicht der Versuchung eines mäßigen und oberflächlich gefälligen Allerweltsgeschmack erliegt."

Aus der Zugehörigkeit des Weinguts zur FEDERAZIONE ITALIANA VIGNAIOLI INDIPENDENTI ( Italienischer Verband unabhängiger Winzer) lässt sich ein anderer Aspekt des Selbstverständnisses des Geschwisterpaars in Bezug auf die Weinproduktion erschließen:

"Der unabhängige Winzer verteidigt sein eigenes Terroir, pflegt seinen Weinberg, vinifiziert den Wein und füllt ihn in den eigenen Weinkellern ab, er verkauft sein eigenes Produkt, indem er für die Frucht seiner Arbeit und Kultur wirbt und sich im Hinblick auf die Aneignung der Tradition vervollkommnet."2)

2) Aus: www.circuitoverde.net

   
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© La Vite - Armin Hebel

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