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Az. Agricola TRAVIGNOLI di Conte BUSI

Pelago (Firenze)

 

Geschichte des Weinguts:

Die heutige AZ. AGR. TRAVIGNOLI hat wie alle interessanten Weingüter der Toscana eine lange Vorgeschichte. Schon im 11. Jh. wird das Gut in den Urkunden des Klosters Vallombrosa namentlich erwähnt. Aus dem Ortsnamen lässt sich schließen, dass bereits zu dieser Zeit Weinbau betrieben wurde. Bis zum Ende des 15. Jh. bildete sich eine Fattoria heraus. 1473 wurde die sog. "casa da signore", das Herrenhaus, eines aus der Stadt stammenden Grundherren, von der damaligen Besitzerin Aloisia Lotti an das florentinische Hospital Santa Maria Nuova vererbt.

Unter der Obhut des Hospitals wurde das Weingut TRAVIGNOLI ausgebaut und weiter entwickelt: Im 18. Jahrhundert umfasste es 2 Ölmühlen, Getreidespeicher, weiträumige Weinkeller, Stallungen und 14 "poderi" (pachtabhängige Bauernhöfe).

Der im 18. Jh. von der Familie Cuccoli Fiaschi erworbene Gutshofkomplex mit herrschaftlicher Villa ging mit der Heirat von Sofia Cuccoli Fiaschi und dem Conte Francesco Busi als Aussteuer an die Familie der Conti Busi über, die heutigen Besitzer der VILLA TRAVIGNOLI.

 

Umfang des Weinguts:

Nach dem Strukturwandel und den Modernisierungsprozessen in der italienischen Landwirtschaft von den 60er bis in die frühen 80er Jahre des 20. Jh. umfasst die AZ. AGR. TRAVIGNOLI rund 90 ha. Auf die Gesamtfläche entfallen 65 ha Rebflächen und 15 ha Olivenhaine. Neben den üblichen toskanischen Rebsorten verfügt das Weingut über folgende internationale Rebsorten: 8 ha Cabernet Sauvignon, 1 ha Chardonnay, 2,5 ha Merlot. In den letzten Jahren stellte das Weingut 200.000- 220.000 Flaschen Wein her. Aufgrund von zusätzlichen Neuanpflanzungen wird sich die Produktion in den nächsten Jahren ausdehnen.

 

Lage des Weinguts:

Die AZ. AGR. TRAVIGNOLI liegt rund 25 km östlich von Florenz. Die Rebflächen befinden sich in einer Höhenlage von 150 bis 400 m und sind nach Süden ausgerichtet. Die kalkhaltigen Mergel- und Lehmböden sind besonders gut für den Weinanbau geeignet. Die hügelige Lage und die steinigen Böden verhindern Staunässe in den Böden und vermindern das Krankheitsrisiko der Rebstöcke.

Conte Giovanni Busi, der Besitzer der AZ. AGR. TRAVIGNOLI, beschreibt den Zusammenhang zwischen den geografisch-klimatischen Bedingungen des Weinbaus und deren Auswirkungen auf Reifungsprozess und Qualität der Trauben folgendermaßen:

" Die Anbauzone des Chianti-Rufina befindet sich im nördlichsten Teil des gesamten Chianti-Gebietes, im Schutze der Toskanisch-Emilianischen Appenninkette. Sie ist daher einem wesentlich frischeren Klima als die anderen Weinanbaugebiete der Toskana ausgesetzt. Während des Sommers sind die Tage sehr sonnenreich und warm, die Nächte hingegen kühl. Der Boden besteht teilweise aus Lehm, der Wasser speichert. Es wird an die Weinstöcke abgegeben, so dass sie während der Sommermonate dem Wassermangel nicht ausgesetzt sind. Dies alles erlaubt es den Trauben, auf beste Weise zu reifen. Dadurch bewahren sie ihre Duftnoten und Aromen und besitzen eine Feinheit, die man in den anderen Zonen des Chianti nicht antrifft."

Es bleibt zu ergänzen, dass die besonderen geografisch-klimatischen Bedingungen den Reifungsprozess der Reben verlangsamen und damit zu einer späteren Weinlese führen. Dadurch können in der Rùfina-Zone Chianti-Weine entstehen, die eine höhere Säure, frischere vielfältige Aromen, kräftigere natürliche Tannine und eine größere Lagerfähigkeit aufweisen. Natürlich kann ein nasskalter Herbst sich auch negativ auf die Qualität des Weins auswirken. Demgegenüber ergeben sich in ungünstigen Lagen der Chianti-Classico-Zone bei zu großer Wärme und fehlenden Temperaturunterschieden ein "Verlust von Fruchtfrische sowie Säure", der "die Weine marmeladig und temperamentlos" macht (Andreas März).


Philosophie der Weinproduktion:

Das Selbstverständnis des Winzers Conte Busi erschließt sich dem Betrachter besser, wenn man sich die Situation der Appellation des Rùfina-Weins vergegenwärtigt. Das Konsortium Chianti Rùfina umfasst eine sehr kleine Anbaufläche von ca. 703 ha (Flaschenproduktion 3 bis 3,3 Mio. Fl.) und repräsentiert eine Interessenvereinigung von 17 Weingütern. Diese kleine Appellation kann auf eine interessante Geschichte zurückblicken. Indem Großherzog Cosimo III. de' Medici in einer Verordnung *) (24.09.1716) für die Weinbauzone mit den heutigen DOC-Gebieten Pomino und Rùfina Grenzen festlegte und diese damit schützte, wurde die Rúfina vor fast 300 Jahren als "Terroir" für Weine besonderer Qualität ausgezeichnet.

Der Ausbau eines modernen Verkehrsnetzes am Ende des 19. Jh. wertete diese Weinbauzone auf und machte das Städtchen Pontassieve zum Hauptumschlagsplatz von Toskana-Weinen. Inzwischen steht diese Weinanbauzone von Rùfina-Weinen im Schatten des Chianti Classico, weil sie nicht rechtzeitig den Wandel von der standardisierten Massenproduktion der 70-er und der frühen 80-er Jahre erkannte und damit die Hinwendung zur Entwicklung von unverwechselbaren an das Terroir gebundenen Spitzenweinen verfehlte.

Das Weingut TRAVIGNOLI hat unter der verantwortlichen Leitung des Conte Giovanni Busi die Zeichen der Zeit erkannt. Der Imperativ der Sicherung einer hohen Qualität der von ihm produzierten Weine bestimmt sein Denken und Handeln.

Der Vegetationszyklus der Trauben in den Weinbergen und die Vinifikationsprozesse in der Weinkellerei werden mit größter Aufmerksamkeit und Sorgfalt begleitet und im Sinne der Sicherung einer hohen Qualität gefördert. Conte Giovanni Busi skizziert seine Leitideen der Weinproduktion wie folgt:

"Unsere Philosophie der Weinproduktion beruhte schon immer darauf, Weine für den täglichen Genuss bei Tisch und nicht nur für die gelegentliche Verkostung zu produzieren. Wir streben daher danach, aus den Trauben während des Fermentationsprozesses eine verstärkte Extraktion von Farbe und eine ausreichende Struktur des Weins sicherzustellen. Dabei dürfen die Beeren nicht zu sehr belastet werden. Die Fermentation findet bei relativ niedrigen Temperaturen statt, um die Duftnoten und Aromen zu bewahren, die für die Anbauzone des Chianti Rufina typisch sind. Dadurch schaffen wir es, einen gut strukturierten Wein hoher Qualität hervorzubringen, der eine kräftige Farbe besitzt und gleichzeitig sehr gut trinkbar ist."

Der Imperativ der Qualitätssicherung ist mit einer weiteren Leitidee verbunden, nämlich der Sicherstellung des unverwechselbaren Charakters der Weine, wie er sich aus dem Terroir ergibt, aus dem Zusammenspiel von Rebsorten, Klima, Bodentyp, Landschaft und lokaler Weinkultur. Die mit diesen Zielen verbundenen Anstrengungen stellen gute Voraussetzungen dar, um zu einem Erfolg zu führen: Nachdem sich im Chianti-Classico-Bereich der Verlust spezieller und unverwechselbarer Charakteristiken des Weins bemerkbar macht und damit im Wein ein Stück "ursprüngliche Toskana" verloren zu gehen droht, kann der Chianti Rùfina vom Weingut TRAVIGNOLI bei offenen und kritischen Weinliebhabern diesen Verlust ausgleichen.

Sympathisch an dem Winzer Conte Busi ist, dass sein Streben, den Kunden einen "reinen Wein" von hochwertiger Qualität zu offerieren, selbst im Fall einer Prämierung seiner Weine nicht zum Erliegen kommt. Er versteht solchen Erfolg als kleinen Etappensieg. Er fühlt, dass er die Potentialität des Terroirs noch nicht voll ausgeschöpft hat und dass es darauf ankommt, das volle Potential des eigenen Terroirs im Interesse der Kunden zu erschließen. Conte Busi interpretiert das Terroir seiner Weine als Partitur, deren verborgene Klangwelt und Zauber es aufzuspüren gilt und deren dadurch mögliche Neuinterpretation im Genuss eines Glases Wein wahrnehmbar werden soll.

*) zusammen mit Chianti,
Val d'Arno di Sopra und Carmignano

   

Folgende Rot- und Weissweine bietet die
AZ. AGR. TRAVIGNOLI
an
:

Chianti Rufina D.O.C.G.

Chianti Rufina Riserva D.O.C.G.

Tegolaia Rosso Super Tuscan

Calice del Conte Toscana IGT

Vinsanto Riserva D.O.C. Chianti Rufina

Gavignano Bianco I.G.T. Toscano

TRAVIGNOLI erzeugt ein Premium-Olivenöl LAUDEMIO,
das zu den besten Olivenölen Italiens gehört.

LAUDEMIO Öle werden nach dem strengen Reglement des speziellen LAUDEMIO-Konsortiums erzeugt [mehr].

 

 

© La Vite - Armin Hebel